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Falke

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Fahrzeug: Scorpio 2,3 Turnier ; RS 2000

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Beruf: Feinmechanikermeister

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Samstag, 13. Mai 2006, 13:04

Kaputte Kunststoffteile am Auto reparieren

Schon kleine Unachtsamkeiten beim Einparken k?nnen f?r Autofahrer teuer werden. Da gen?gt schon ein leichtes Touchieren, und die "Sto?stange" hat eine Schramme, bei festeren St??en eine Delle oder sogar einen Riss.
Um solche Sch?den zu beseitigen, wurden die Teile bislang durch neue ersetzt. F?r Autofahrer fiel die Werkstattrechnung dann meistens hoch aus. Mittlerweile geht es vielfach auch g?nstiger.

In immer mehr Kfz-Werkst?tten kommen nach Angaben des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) im hessischen Bad Vilbel Kunststoffreparaturverfahren zum Einsatz, die den Material- und Arbeitsaufwand verh?ltnism??ig gering halten. Die Methoden decken sich weitgehend mit den Reparaturempfehlungen, die das Allianz Zentrum f?r Technik (AZT) in M?nchen formuliert hat.

Seit den neunziger Jahren besch?ftigt sich das Forschungsinstitut der Allianz mit der Frage, wie besch?digte Kunststoffteile mit m?glichst geringem Aufwand wieder in Stand gesetzt werden k?nnen. Das hat auch den Hintergrund, dass die Versicherungen an einer Kostend?mpfung bei der Unfallinstandsetzung interessiert sind. Von den Ergebnissen profitieren aber auch die Verbraucher - schlie?lich sind nicht alle Unfallsch?den auch Versicherungssch?den.

"Nahezu alle au?en verbauten Kunststoffe lassen sich grunds?tzlich reparieren", sagt Norbert Hermann, Reparaturforscher am AZT. Meistens handelt es sich bei den Materialien um so genannte thermoplastische Kunststoffe, die sich unter W?rmeeinwirkung r?ckverformen lassen. "Das hat den Vorteil, dass Dellen mit einem Hei?luftf?n erw?rmt und herausgedr?ckt werden k?nnen", erkl?rt der Experte.

Die einzelnen Reparaturschritte richten sich nach der Schwere des Schadens. Leichte Sch?den sind oberfl?chliche Kratzer, die sich durch Schleifen, Feinspachteln und anschlie?endes ?berlackieren beseitigen lassen. Unter mittleren Sch?den versteht das AZT Dellen oder Kratzer, die tiefer als ein Millimeter sind. "Sie werden gegebenenfalls nach R?ckformen mit einem Hei?luftf?n mit Zweikomponenten-Reparaturmaterialien gespachtelt und anschlie?end ebenfalls geschliffen und lackiert", erkl?rt Hermann.

Schwere Sch?den wiederum sind laut AZT bis zu 10 Zentimeter lange Risse oder bis zu 30 Millimeter gro?e Durchbr?che. In diesen F?llen m?ssen die Riss-Enden laut Hermann zun?chst angebohrt und V-f?rmig angeschliffen werden. Dann wird von hinten zur Verst?rkung eine Glasfasermatte aufgeklebt. Von vorne wird der Riss anschlie?end gespachtelt, bevor die Stelle geschliffen und lackiert wird.

Weil die Kosten f?r eine neue Sto?stange gespart werden, sind die "smart-repair"-Verfahren laut Klaus Steinforth, Vorsitzender des ZKF-Ausschusses Instandhaltung und Fahrzeugtechnik, oft g?nstiger: "Eine Ersparnis von bis zu 300 Euro haben Sie schnell beisammen." Das AZT hat bei Vergleichsrechnungen f?r einen schweren Schaden am Beispiel eines Sto?f?ngers f?r einen Opel Vectra eine Differenz von 262 Euro ermittelt: Das lackierte Neuteil kostet ohne Montage 575 Euro, die fachgerechte Instandsetzung nur 313 Euro.

Dass immer mehr freie Kfz-Werkst?tten solche "smart repair"-Verfahren anwenden, hat laut Steinforth einen einfachen Hintergrund: "Freie Werkst?tten haben kein Interesse, Kunden eine neue Sto?stange zu verkaufen, sondern ihre Arbeitszeit." Markengebundene Werkst?tten verdienen dagegen auch kr?ftig am Verkauf von Originalersatzteilen.

Bei einer Reparatur eines Unfallschadens nur auf die Kosten zu schauen, w?re nach Angaben von Elmar Fuchs, Gesch?ftsf?hrer des Bundesverbands der freiberuflichen und unabh?ngigen Sachverst?ndigen f?r das Kraftfahrzeuggewerbe (BVSK) in Berlin, jedoch die falsche Herangehensweise. In erster Linie sei die Reparatur eine technische und keine Kostenfrage. Fuchs verweist auf Sicherheitsaspekte, die bei fachgerechten Kfz-Reparaturen unbedingt zu ber?cksichtigen sind.

Ein Sachverst?ndiger habe daher bei der Begutachtung eines Unfallschadens den "vern?nftigeren" Reparaturweg zu w?hlen und nicht vor allem den g?nstigeren - auch wenn dieser bei Versicherungen bei der Regulierung von Sch?den wom?glich auf gr??eres Interesse st??t. Gegen das grunds?tzliche Ziel, die Reparaturkosten zu senken, sei allerdings nichts einzuwenden, betont der BVSK-Gesch?ftsf?hrer.

Auch das AZT weist darauf hin, dass "smart repair"-Verfahren ihre Grenzen haben. Sie d?rften generell nicht angewendet werden, wenn die Fahrzeughersteller die Bauteile nicht freigegeben haben. Auswirkungen auf die Sicherheit haben geklebte Kunststoffteile indes nicht, sagt Reparaturforscher Hermann. In Crash-Tests des AZT konnten keine reparaturbedingten Materialver?nderungen der Sto?f?nger nachgewiesen werden. "Wir reparieren grunds?tzlich keine sicherheitsrelevanten Teile, sondern nur eine "vorgeh?ngte" Kunststoffhaut", so Hermann.

Au?erdem empfiehlt ZKF-Vorstandsmitglied Steinforth, vor einer "smart repair"-Instandsetzung eine Gegenrechnung zu machen. So k?nnte der Komplettersatz unter Umst?nden doch g?nstiger sein. Probleme gebe es beispielsweise oft bei Sonderlackierungen, bei denen neu zu lackierende Schadstellen nur mit sehr gro?em Aufwand angeglichen werden k?nnen. "Das treibt nat?rlich die Kosten hoch."

Laut AZT-Experte Hermann rechnet sich das Reparaturverfahren meist auch nicht bei unlackierten und strukturierten Kunststoffsto?stangen. Diese Bauteile seien mit Kosten um die 150 Euro in der Regel so g?nstig, dass ein Austausch in jedem Fall billiger sei. Au?erdem w?re es unwirtschaftlich, "aus Einzelteilen eine Sto?stange wieder zusammen zu puzzeln. 75 Prozent des Neuteilpreises ist die Grenze, bis zu der sich eine Reparatur noch lohnt."
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